Frauenvereidigung mit Treueschwur an der alten Bänderfahne Mit dem Jahr 2000 wurde eine neue Bänderfahne angeschafft. Die alte Bänderfahne ist im Schützenhaus zu besichtigen. | ![]() | |||||||||||||||
Alle zwei Jahre feiert die Bürgerschützenkompanie ihr traditionelles Bürgerschützenfest. Das Besondere an diesem Fest ist, dass es kein Schützenfest aller Mitglieder des Schützenvereines sondern ein Bürgerschützenfest ist. Das heist Bürgerschützenkönig kann jeder männliche Bürger der Kerngemeinde Liebenau werden. Als Schützenkönigin kann er sich auch nur eine Frau aus der Kerngemeinde Liebenau wählen. Eine weitere Tradition ist am letzten Tag des Festes die Frauenvereidigung. Hier werden in einem feierlichen Akt alle neu hinzugezogenen und neu vermählten Frauen der Kerngemeinde Liebenau vereidigt. Sie nähen ein Seidenband mit ihrem Namen und der Jahreszahl ihrer Heirat an eine alte Bürgerschützenfahne (Bänderfahne) an. Danach schwören sie ihren Männern ewige Treue. Der Festakt wird begleitet mit der alten Sage aus dem dreißigjährigem Krieg, wo die Frauen des Städtchens, mit dem damaligen Namen Mariennau, in Abwesenheit ihrer Männer den Ort erfolgreich verteidigt haben indem sie heißes Öl über die Stadtmauern gossen und somit den Feind vertrieben. Im folgenden Abschnitt der Wortlaut: ----------------------------------------------------------------- Liebenau (Eine Sage) Eine Perle, gefaßt in ein glänzend Band gleichst du, einst Marienau. Du Städtlein klein an der Diemel Strand auf weiter lachender Au. Umwogt von sonniger Saaten Gold, umfasst von des Bergsohnes Arm. Warst reich du einst an viel Frauen hold und reich an viel Herzen so warm. Doch des Feindes gehässiger, neidischer Blick, er gönnt dir nicht Frieden noch Ruh. Dein Frieden ist hin, bedroht ist dein Glück, die Dämmerung gleitet herzu. Geschützt von stürmischer, finsterer Nacht wild zieht sichs im Tale herauf, um die Mauern sich leget des Feindes Macht und Feinde Landein und Landauf. Und der Ritter schwört es mit zornigem Mund: Ja trotzt nur ihr Mauern aus Stein und wärst du mit allen Teufeln im Bund, mein Städtlein, ich komme hinein! Eh die Sonne sich hebet im Osten fern, beginnend den täglichen Lauf, wirst du dich beugen mir, deinem Herrn! Ich gebe mein Ritterwort drauf! Die Sturmböcke vor, die Leitern heran! Durchschwimmt mir die eisige Flut! Die Mauern hinauf bis zum letzten Mann! Nicht zaudert! Ich lohne den Mut! Da schlägt an die Glocke der ernsten Not und sie wimmert und heult durch die Nacht! Doch im Städtlein drinnen man trotzet dem Tod und im Städtlein man hält gute Wacht. Wer eilet so flink zu des Hauses Herd und schüret und schüret die Glut? Sagt an, ihr Frauen, wer hats euch gelehrt? Wer gab in das Herz euch den Mut? Sie gießen das Öl in des Kessels Rand, sie schüren, entfachen den Brand. Kein Wort entschlüpft dem verschlossenen Mund, nur fleißig sie rühren die Hand. Und das siedende Öl, sie tragens hinauf, wo die Gatten halten die Wacht. Und es eilen die Frauen, sie kommen zu Hauf, das Auge durchdringet die Nacht. Und wo sich nur zeiget eine Feindesgestalt, da sind sie gar lustig dabei, in des Feindes Gesicht mit List und Gewalt, sie schütten das Öl und den Brei. Geblendet den Blick, verbrannt das Gesicht, so stürzen sie heulend hinab. Doch die Frauen, die Treuen, sie kümmert es nicht. Da unten, da ist euer Grab. Da liegt ihr sicher, da findet ihr Ruh! Vorbei euer Grimm, eure Wut! Die Wellen der Diemel sie decken euch zu, da liegt ihr sicher und gut! Der edlen Tat, sie wurde bekannt, des Landes Herr hörte davon: Das Städtlein, es sei Liebenau genannt, der Liebe der Frauen zum Lohn! So ists denn geheißen seit jener Zeit, das Städtlein in lachenden Aun, Ein Denkmal, schön bis in Ewigkeit, von der Treue und Liebe der Frauen! | ||||||||||||||||